Freitag, 6. Mai 2016

Tierisch viel zu sehen!

Nach einem sehr erholsamen Schlaf trafen wir uns pünktlich um 8 Uhr zum Check-Out an der Rezeption. Sandra, die deutsche Rezeptionistin, die ausgewandert ist, weil sie genug von Deutschland hatte, gab uns noch einige Tipps für unseren Aufenthalt im Banff Nationalpark.
Der erste Programmpunkt führt uns zum Lake Louise (2250 Meter). Da der Nebel noch zu tief lag und die Temperaturen eher kanadisch waren, ging's ins Fairmont (Hotel, wo alle Skirennstars absteigen) wo wir Kaffee und typische europäische Bäckerein genossen. Nachdem sich die Sonne doch langsam gegen den Nebel durchsetzte, gings auf unsere erste Wanderung. Ganze 500 Meter (Hin- und retour) gings entlang des Lake Louise' um das tiefe Blau noch besser sehen zu können. 





Nun war es Zeit Betty abzuholen und uns auf den Weg in den Norden zu machen. Sandra hat uns empfohlen, eine halbe Stunde in Richtung Jasper zu fahren, da dort ein paar schöne Aussichtsplätze und Trails, also kleine Wanderwege, sind, die für eine halbtägige Tour passen würden. Gesagt getan. Nach einer kurzen und atemberaubendem Fahrt, vorbei am Herbert und Hector See, kamen wir schließlich vor den versperrten Toren des Peyto Lakes an. Etwas enttäuscht darüber, dass hier noch die Wintersperre war, fanden wir doch noch den Parkplatz mit dem Wanderweg. Perfekt ausgestattet mit unseren Turnschuhen ging es über einen 500 Meter langen Schneepfad zum Aussichtspunkt. Belohnt wurden wir hier mit einem super truper hammermässigen einzigartigen Weitblick auf den See und das ganze Tal. Spätestens hier gerieten bei allen die Strapazen des Aufstiegs in Vergessenheit. 





Nach nur ein "paar wenigen Bildern" ging es wieder zurück zum Auto und noch ein Stück weiter in Richtung Norden. Und nun war es endlich soweit: auf diesem kleinen Steckenabschnitt saß links von der Straße in ca. 60 Meter Entfernung ein junger Braunbär und versuchte sich sein Essen auszugraben. Er war sichtlich unbeeindruckt von Alex Annäherunsversuchen, um den einen oder anderen Schnappschuss einzufangen. Zufrieden fuhren wir wieder weiter zum Mislaya Lake. 




Es war zu Beginn nicht ganz klar, ob wir zum See kommen werden, da kein Weg hinführte. Aber uns Wanderlustigen kann ja nichts abhalten. Über "Stock und über Stein" ging es Richtung See. Durchaus beeindruckt von der letzten Bärensichtung, schwenkte unser Blick stetig hin und her teils aus Angst und teils aus Vorfreude. Es blieb leider nur die Angst übrig. Auch der dritte See des heutigen Tages hatte eine ganz eigene Stimmung. Neben mehreren Gigabyte an Fotos wurde auch die kanadische Meisterschaft im Steine platteln ausgetragen. Wir gratulieren Simone, Christof und Gerd zu jeweils 4 Sprüngen. Beim Weitwerfen gewinnt Alex ungefähr 50 Meter Vorsprung vor allen anderen Teilnehmern. Danach ging es mit dem Auto in Richtung Süden nach Banff.









Die Motivation für weitere Stopps hielt sich in Grenzen. Der schon gesehene Bär fraß noch immer an der selben Stelle, einige Mufflons (riesen Bergziegen) versperrten uns kurzfristig den Weg und ein Elch poste im Postkartenmotiv im Wasser. Somit konnten wir schleunigst zum Mittagessen nach Banff weiterfahren (das war schon dringendst nötig, da der Stimmungsbarometer im 7-Sitzer schon den Null Punkt entgegen ging). Im mexikanischen Restaurant wurden ausnahmsweise keine Burger und Steaks, sondern Quesalillias, Fajitas und Enchiladas verdrückt. Nach Starbucks Kaffee und einem kleinen Eis (mit ca. 700 kcal) ging es noch durch das entzückende Skidörfchen Banff und dann weiter zu unserem heutigen Tagesziel Calgary. Und kaum im Auto sang Zack Brown die 2. und 3. Reihe erfolgreich in den Schlaf, der andauerte bis weit und breit keine Berge mehr zu sehen waren. 








In Calgary wurden die Zimmer bezogen, das Auto zurück gebracht und der Rezeptionist für Geheimtipps ausgefragt. Entlang der 8th Avenue erlebten einige den Gaumenorgasmus der besten Ribs ever und nun erarbeiten wir uns von Bar zu Bar zurück zum Hotel (und das sind noch einige) ... Weitere Infos folgen. Liebe Grüße aus der Hauptstadt der "Microbreweries".










Donnerstag, 5. Mai 2016

So vü schen

Pünktlich um 8 Uhr brachte uns der wohl "freundlichste" Kanadier zum Flughafen, wo wir unser Mietauto für unsere anstehende Reise nach Lake Louise abholten. Die geplanten zwei kleineren Autos wurden kurzerhand auf einen 7 Sitzer upgegradet. Kuschelig war die erste Meldung nach der Besichtigung des Autos. Eine kurze Tetris Partie gespielt und das gesamte Gepäck sowie die Die7da waren im Auto verstaut und bereit, sich auf die mindestens 8-stündige Fahrt zu machen.




Bis zur ersten WC Pause dauerte es nicht allzu lange und wir nutzten diese auch gleich zum Frühstücken. Jubel brach aus, das Starbucks stand Kopf und Sektkorken knallten, als Simone Ihre Abschlussnoten übermittelt bekam. Kurzerhand wurde beschlossen, am Abend den ausgezeichneten Erfolg gebührend zu feiern. Nach dieser erfreulichen Nachricht schlichteten wir uns wieder ins Auto und machten uns auf den Weg auf die zweite Etappe.

Vom vorausgesagten Wetter, Regen usw, war bis jetzt noch nichts zu sehen. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, zumindest außerhalb des Autos, fuhren wir über Bergstraßen bis nach Kamloops. Klingt nach engen Serpentinen, 40 km/h Höchstgeschwindigkeit und speibenden Mitreisenden, entpuppte sich aber als 4-spurige Straße, sehr ähnlich zu der A10 der Tauernautobahn bei uns in Österreich. Mit durchschnittlich 120 km/h erreichten wir unseren zweiten Stopp, Kamloops sehr zügig. Da wir alle ja gefrühstückt hatten, wurde hier nur schnell aufgetankt und weiter gings.

In den hinteren zwei Reihen wurde beschlossen, Spiele zu spielen, um die Fahrtzeit zumindest gefühlt zu verkürzen. Irgendwie wurde nur groß geredet und kurzerhand schliefen bis auf Fahrer und Beifahrer alle Insassen. 




Die zwei übergebliebenen genossen die ruhige Fahrt, bewunderten die Natur, träumten von einer Rundwanderung um den See, der auf der linken Seite auftauchte (Der anfangs liebe nette kleine See entpuppte sich als 3 armiges und mindestens 80km langes Gewässer) und verbrachten die Zeit, um die Länge der vorbei fahrenden Güterzüge zu berechnen. Bei gezählten 110  Wagoons und geschätzten 50 Metern Länge  ergibt das schon eine stolze Länge für einen Zug, der auch noch doppelt beladen wird. Schön langsam regten sich wieder die hinteren zwei Reihen, und die Natur zwang uns, eine weitere Rast zu machen. Da die nächste Möglichkeit noch um die 60km entfernt war, wurde noch schön brav über Wasserfälle und ähnliches gescherzt. In Revelstoke angekommen, gönnten wir uns noch einen kleinen Snack, bevor es auf die letzte Etappe ging.






Erleichtert und gestärkt ging es auf die letzten 200 km. Da der Radioempfang in dieser Gegend eher schlecht ist und die CD's schon viermal durchgehört wurden, beschlossen wir zu singen. Ob dies nun unsere Chancen auf die Sichtung eines Bären nicht komplett vernichtet hat wird sich noch zeigen. Wir hoffen, dass die Elche, die neben der Straße standen, das Futter für die Bären ist, die wir morgen sehen werden. Nach 10 Stunden Fahrt und der Überquerung einer Zeitzone kamen wir schlussendlich in unserem Hotel in Lake Louise an. Verspannt von der Fahrt gings gleich direkt entspannt ins 45 Grad heiße Whirlpool, wo wir unsere burgergeformten Körper präsentieren konnten. Nach dem kurzem Spa-Aufenthalt ging es in die Explorers Lounge, um weiter an unserem Körper zu arbeiten.





Mittwoch, 4. Mai 2016

Blumen, Wasser und Fische*

Heute habe wir uns das Motto der Autokennzeichen "Beautiful British Columbia" zu Herzen genommen und Victoria und die Umgebung von Vancouver Island besichtigt. Um dafür gestärkt zu sein gab es noch ein gemeinsames letztes Morgenmahl in einem typisch britischen Bed & Breakfast. Es hat uns für eine Nacht Quartier geboten, hätte aber auch für jeden Miss Marple-Film dienen können.


Dank Hugo kamen wir pünktlich zum Hafen, wo wir schon sehnsüchtigst erwartet wurden. Wir waren bestens ausgerüstet, um eine 3 stündige Whale Watching Tour in einem offenen Speedboat bei 10 Grad Außentemperatur zu überstehen. Die freundliche Dame am Empfang belächelte dies und führte uns zur Umkleidekabine, wo wir den orangefarbenen Polar-Expeditionsanzug Typ II erhielten. Für Gerd erfüllte sich auch ein Kindheitstraum (Müllabfuhrmann, der hinten im orangenen Gewand steht), denn wir bekamen auch orangefarbene Hauben und Handschuhe ausgefertigt.
Die Sicherheitseinschulung und der Hinweis, dass dieser Anzug auch als Schwimmanzug im Falle einer Komplikation dienen würde steigerte unsere Vorfreude noch weiter.


Mit 2 Schweizern, 1ner Britin und dem Captain und natürlich den 5da war das Boot ziemlich schnell gefüllt. Der Hafenmeister hatte ein Einsehen und sprach für die ersten Kilometer ein Speedlimit von 5 Knoten aus, aber danach gings richtig los. Mit 2 Aussenboardmotoren von jeweils 200 PS fuhren wir  mit gefühlten 70 kmh über das, am Anfang, glatte Meer. Knapp vor unserem ersten Stopp, der Robben-Island, wurde es so richtig rough and bumpy. Spätestens da war uns klar, dass wir ohne dem Polaranzug aufgrund des Fahrtwindes schon längst erfroren wären.




Eine Kolonie von Seelöwen und einigen Robben chillten auf einem Felsen, während ein Weisskopfadlerpaar den lauten Gebrüll der dominanten Männchen über sich ergehen lies. Nach einer weiteren kurzen Fahrt, gab es zum ersten Mal Walalaram. Statt 30 Meter Länge oder schwarz weiß gefleckt wie ein Killerwal, sahen wir die etwas kleinere Ausgabe, den bis zu 2.5 Meter großen, sehr schüchternen Schweinswal. Es dürfte sich um ein kleineres Rudel gehandelt haben welches einige male den Rücken und teilweise die Flossen zeigten. Weiter ging unsere Route vorbei an malerischen Inseln, bewohnt mit Rehe, Ziegen und vereinzelt sonnten sich noch weitere Seelöwen und Robben entlang des Ufers. Hoffnung kam auf als Mike einen Funkspruch mit der Sichtung eines Grauwales erhielt. Zügig führen wir in das Gebiet wo dieser vermutet wurde. Leider hatten wir heute nicht so viel Glück und so blieb es bis zur Ankunft im Hafen bei den lieben kleinen Flossen der Schweinswale. Vielleicht ein anderes Mal denn wir erhielten einen Gutschein für eine weitere Tour. 









Trotzdem glücklich und etwas müde trafen wir die Garden Gruppe (Hugo war ja mit seinem Dreimäderlhaus im Butcher Garden) im Restaurant am Hafen zum Mittagessen. Aus Fehlern lernt man ja bekanntlich und so teilten wir uns beim Essen diesmal auf zwei Tische auf um uns die 4$ pro Person Servicefee ( Servicefee = Trinkgeld und nicht eine Fee die Serviert) zu sparen. Gestärkt und gut gelaunt wurde die Zeit bis zur Rückfahrt mit Besichtigung der Altstadt, Einkaufen von Souveniers, Kaffee trinken und Verabschiedung von Hugo und Elisabeth (die zwei nahmen die Fähre von Victoria nach Port Angeles) verbracht. 








Pünktlich erschienen, mittlerweile die 7da (nein Liebe Mütter, wir wollen euch hier nicht mitteilen dass ihr Oma's werdet sondern Simone und Betty uns für die weitere Reise begleiten) am Busbahnhof für die Rückfahrt zur Fähre und danach nach Vancouver. Ein Lächeln überkam uns als der Busfahrer, er muss ein naher Verwandter unseres gestrigen HoppOn Reiseführers Benjamin gewesen sein, der uns im perfekten Vladivostok School Koreaner Englisch begrüßte. Trotz sprachlicher Barriere managten wir dass wir direkt bei unserem Hotel aussteigen durften.




 Schnell noch eingecheckt und nach kurzer Verschnauf- und ich hab wieder die Haare schön Pause ging es wieder mit Trick 17 (diesmal musste Eva Ihren ganzen Charme aufbringen um uns in den Bus zu bekommen) nach Downtown Vancouver wo wir gemütlich den Abend  mit guten Essen ausklingen ließen. Das größte Chinatown von Nordamerika hatte wohl heute einen Ruhetag. Direkt beim Eingangstor waren wir nicht nur die einzigen Touristen, sondern überhaupt alleine auf der Straße. Gleich daneben befand sich scheinbar eine größere Kolonie von spooky people, die ihre eigene Canabis Plantage hatten. 
Es wären nicht wir, wenn wir nicht auch die sechste Busfahrt mit unserem "no coins" Rabatt bestritten hätten.

*weil für Wale waren sie uns dann doch zu klein!