Mittwoch, 18. März 2015

Auf die Pferde, fertig, los!

Wie immer trifft Martin, obwohl körperlich nicht anwesend, den richtigen Morgen Musik Hit.
Heute mit einer Doppelbedeutung: PitBull - Back in Time Nachdem wir schon bei der Urlaubsmitte angekommen sind, war es Zeit für einen entspannenden Tag. Christof nahm das besonders wörtlich und verbrachte (nicht freiwillig) fast den ganzen Tag im Bett. Für den Rest der Truppe ging um 5.45 der Wecker los, denn heute fassten wir den Mietwagen für die nächsten 3 Tage aus und fuhren in den Süden von Chicago, um uns mit Moses zu treffen. 



Dank Evas perfekten Lotsen Anweisungen waren wir 3 Minuten vor der vereinbarten Zeit am Treffpunkt. Diese Unterstützung fehlte unserem Bruder Moses, der daher etwas später eintraf. Bei Wettspielen auf die Ankunftszeit, Autoumparken (in der Sonne ist es ja doch wärmer), Besuch im Fastfoodladen und bei "Ich sehe was, was du nicht siehst" verging die Zeit am Parkplatz von Philips 66/BP schneller als gedacht. Nach mehreren SMS und Telefonaten und freundlichen Navigationstipps am Telefon, fanden wir unseren Bruder Moses am Parkplatz von Walmart 2,5 Stunden später.
Nun wieder vereint führen wir Richtung Osten zum Chicago Kontrast Programm. Die Ortschaften Elkhart, Middelbury, Shipshewana und Bristol haben sich uns als idyllische Landschaft präsentiert und rasch war klar, dass wir uns nun im Amish Land befinden. Woran man das erkennt? Vor den gepflegten Häusern hängt die Wäsche, denn es gibt keine Strom für die Waschmaschine und in der Garage steht statt einem V8 Motor mit 300 PS nur eine 1 PS Kutsche.






Ob sich alle Amish an die Regeln halten ist nicht so ganz klar, denn im ersten Lebensmittelladen hat die traditionell gekleidete junge Verkäuferin noch fest am Smartphone herum getippt. Danach ging's wieder einmal zum Shoppen. Diesmal wollte Eva doch tatsächlich gleich ins Möbelhaus. Schlussendlich landeten wir aber in einer traditionellen Amish Tischlerei. Beim ersten Anblick hatten wir fast den Eindruck, dass es sich hier um chinesische billig Plastikware handelt; in Wahrheit ist es jedoch beste Handwerkskunst aus amerikanischer Zeder. 







Nachdem wir zeitlich etwas unter Druck waren entschieden wir, das Mittagessen gegen einen Stopp beim Fleischhauer (kärntnerisch) bzw. Metzger (oberösterreichisch) zu tauschen. Die Taschen vollgefüllt mit dryed beef, homemade applepies und Saucen für die nächste Grillsaison machten wir uns wieder Richtung Westen. Um wegen Übermüdung keinen Fahrfehler zu machen oder gegen das Gesetz zu verstoßen übernahm Eva nun das Steuer. Nach einem kurzen Abstecher nach Michigan ging es recht flott nach Hause um uns noch rechtzeitig mit Christof beim Basketballspiel zu treffen. Apropos flott - das Speedlimit beträgt auf dieser Interstate 70 mph (Ca 115 km/h). Verständlicher Weise empfand Eva die Autos auf der rechten Spur als Behinderung, die rasch überholt werden mussten und die getarnt geparkten Autos in der Mittelspur als nicht beachtenswert. Ganz anders sah das der Sheriff Trp. Tom Jones, der am Mittelstreifen seinen Dienst versah. 
Nach der Kontrolle vom Führerschein, Pass, Versicherung und Mietvertrag wurden alle Daten in das Polizeisystem eingepflegt und sogar das Gewicht der Fahrerin geschätzt und vermerkt. Bruder Moses bereitete uns zwischenzeitlich schon auf die Strafe (Ticket) vor, die zwischen 110 und 150 Dollar beträgt. 



Wie nicht anders bei unsere Reise zu erwarten kam es ganz anders. Für Eva gab es ein wunderschönes Souvenir in Form einer schriftlichen Verwarnung und die offene Frage, warum Trp. Tom Jones auf das Geld verzichtete. War es die Kombination von blonder Fahrerin mit schwarzem Beifahrer und schlafender Rückbank, oder hatte unsere neuer "best friend" einfach nur einen guten Tag? Wir werden es nie erfahren.
Laut Polizei ist die Summe von Gewicht und Geschwindigkeitsüberschreitung 69 - schätzt selber!




Bruder Moses versuchte danach wieder alleine in die Uni zurück zu finden (hoffentlich diesmal unter 3,5 Stunden Reisezeit) und wir machten uns zum nächsten Treffpunkt mit Christof auf. Nachdem wir noch ein paar Minuten Zeit hatten, führte uns ein Abstecher über Chinatown in Chicago. Ein sehenswerter Trip.



Zeitgerecht (Eva hat auch diesmal das Schätzspiel gewonnen) trafen wir wieder im United Center zum Basketball Spiel ein. Ja - richtig gelesen. In der gleichen Halle in der 20 Stunden zuvor noch ein Eishockey Spiel stattfand und morgen ein Popkonzert.





Gespannt waren wir auf den Unterschied bei Eishockey und Basketball was Stimmung und Fans anbelangt. Basketball ist bunter. Die Spieler und die Fans schillern in mehreren Farben und nicht nur in weiß. Auch das Rahmenprogramm war lauter und stimmungsvoller. Inzwischen sind wir schon so assimilierte, dass die Hymne leicht von den Lippen geht und der Blick natürlich zur Fahne gerichtet - gleich wie alle anderen 22.000 Zuschauer.
Auch ohne Michal Jordan haben die Bulls 103:86, alle Zuschauer einen gratis Bigmac (Sieg über 100 Punkte), Eva ein rotes Bulls T-shirt und Gerd endlich seine erste Wette gewonnen.
Nachdem uns morgen ein langer Autotag erwartet, geht es heute etwas früher ins Hotel.






Dienstag, 17. März 2015

Let's go Blackhawks!

Dieser Ohrwurm - schickt er uns doch einfach einen Martin, den wir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf bekommen. "Braungebrannte Haut" von Nik P. können wir zwar noch nicht anbieten, aber mit unseren Spaziergängen (in Marathondistanz) im Sonnenschein und mit dem heutigen Eiswind aus dem hohen Norden haben wir zumindest schon rote Wangen ;-)
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns bis Freitag von Claudia & Thomas (für alle die es nicht wissen, die beiden machen jetzt Las Vegas unsicher).


Da sich die Architecture Boottour am besten bei strahlend blauen Himmel genießen lässt, stand diese gleich als erstes auf unserem Programm. Mit dem besten Tourguide ging's über den Chicago River vorbei an den unzähligen und atemberaubenden Hochhäusern. Auf den folgenden Fotos ist die Sonne zwar dominierend, aber was ihr nicht sehen könnt ist, wie uns der kalte Wind langsam aber doch auskühlen lässt.





Nachdem wir uns mit Tee (ja wir haben WIRKLICH alle 3 Tee getrunken!) wieder auf Betriebstemperatur gebracht haben, brauchen wir dann doch noch eine Bohne. Nein, keine Kaffeebohne, sondern "the one and only bean", die im Millenium Park glänzt und dabei die Skyline gut spiegelt. Um den 3-Tagespass ( Go ChicaGo) wirklich voll auszukosten, besuchten wir noch das Art Institute of Chicago, um uns Einrichtungstipps mal nicht von einem Schweden sondern einem Holländer zu holen.







Nach so viel flämischer und französischer Kunst war es nun Zeit, dass uns die Italiener mit ihren Künsten überzeugen konnten. Nachdem wir die Chicago Stuffed Pizza bestellt hatten (sie braucht ja immerhin 1 Stunde im Backrohr) ging's für die 3 da auf das Skydeck des Sears (eigentlich ja Willis, aber das hören die Einheimischen nicht so gerne) Tower um bei großem Hunger die Wartezeit zu verkürzen. Überrascht waren wir (zumindest einige von uns), dass wir persönlich im Sears Tower begrüßt wurden.



Wenn man bei 412 Metern Höhe nur von einem Glasboden vor dem Absturz auf die Straßen von Chicago beschützt wird, sollte man erstens nicht zu viel gegessen haben und zweitens hätte es uns dabei den Magen sowieso umgedreht.




Perfekt getimet und dank unseres Tagespasses, der uns immer wieder in die Fast Lane beförderte, gab es 65 Minuten später von Giordano's - Fresh Italien Pizza Chicago Style.
Warum man sich zu dritt nur eine Pizza teilen kann, könnt ihr euch sicherlich anhand dieses Bildes erklären :-)



Gut gestärkt ging's nun endlich los: die Metro brachte uns in den Westen der Stadt, wo schon von Weitem das United Center in den wolkenlosen Himmel ragt. Nach dem üblichen Securitycheck gab's als St. Patrick's Day Special für die ersten 10.000 Besucher ein St.Patrick's Day Hat. Also auch für uns. Überwältigt von der Kulisse verging die 1 Stunde Vorbereitungszeit wie im Flug.





Dass die Amerikaner aus allem eine Show machen können, zeigt sich auch hier: die Begrüßung der beiden Mannschaften wird mit einem hollywoodreifen Film über Chicago eröffnet und gipfelt in einem patriotischen Kraftakt. Ein lokaler Tenor begleitet von einer Army-Angehörigen und einem Vietnam Veteran bringt mit den Stars Spanneled Banner das United Center zum beben. Doch das war dann auch schon der Stimmungshöhepunkt. Das Spiel selbst wird klar von den Blackhawks dominiert und war schnell und fair. Im Gegensatz zu Österreich gibt es hier keine Fanclubs und deswegen auch keine Schlachtgesänge, Anfeuerungsrufe und Schmähungen der Gegner während der Eiszeit. Oft ist es still wie in einer Kirche. Auch wenn einiges ganz anders läuft als bei uns war es doch eine tolle Veranstaltung und wir sind froh, Teil von den 22.080 Fans gewesen zu sein.
By the way - Blackhawks haben 4:1 gewonnen.


Jetzt sind wir gespannt, was Michael Jordans Erben uns morgen bieten werden. Let's go Bulls!

Montag, 16. März 2015

All around Chicago


...oh what a Night !

Die Kriminalität ist ja in Chicago sprichwörtlich. Daher war ich auch nicht überrascht, dass in der Nacht um 04:00 in mein Hotelzimmer eingebrochen wurde. Gott sei Dank, denn ich war quasi mit von der Verbrecherpartie. Mein Hotelzimmer war aus unerklärlichen Gründen von innen versperrt, während ich draußen war. Etwas Zeit (90 min) und ein Bolzenschneider später war das Problem aber auch gelöst.

Also frisch und munter ging's nach Martin"s Morgenlied "Eiszeit" (von Peter Maffay) in der Früh zum gemeinsamen Frühstück mit Anja, da Sie leider heute schon die Heimreise antreten musste. Immer diese Arbeit!

Nachdem unsere Füße von gestern schon etwas in Mitleidenschaft gezogen wurden und wir auch nicht so ganz voller Energie waren, fuhren wir mit der Grayline die große Stadtrundfahrt. Fast 4 Stunden durften wir den singenden Klängen eines Einheimischen lauschen, der ganz offensichtlich stolz auf seinen Dialekt war. Im Norden der Stadt konnten wir bei einem entspannten Zwischenstopp den Lincoln Zoo in Rekordzeit (15 min) besichtigen, wobei sich Mütter mit Ihren Kinderwägen beim finalen Sprint zum Bus als würdiges Hindernis erwiesen. Bei der Südrunde kamen wir zuerst durch die Slums, aber dann auch zum Wohnhaus von Barak Obama, das nach wie vor gut vom Secret Service bewacht wird. Weiter ging's über das riesige Unigelände und dann wieder Retour Richtung Museum Area. Wir nutzen den Zwischenstopp um dem Busfahrer zu entfliehen und machten uns auf die Reise in die unendlichen Weiten des Universums. Hier zeigte sich wieder, dass es die Amis verstehen das Publikum zu unterhalten. 1 Stunde im Adler Planetarium verging - no na - wie im Raumflug und unsere Energietanks waren wieder voll. Also raus aus dem großen Universum hinein in die Unterwasserwelt. Im Shred Aquarium schwammen wir wie üblich gegen den Strom, aber dafür auch durch alle Weltmeere.








 Nachdem wir die Vorzüge der öffentlichen Verkehrsmittel für uns entdeckt hatten (nun sind wirauch stolze Besitzer einer Kreditkarte, die wir für die Öfis verwenden können), ging es über Downtown zum Hancock Tower. Wie üblich bei dieser Reise hatten wir das Glück auf unserer Seite, um 7 Minuten vor Ende der Eintrittszeit über die Priority Line in den 94sten Stock die 360Grad Aussicht bei Tageslicht zu genießen.




 In der Lobby der Cheesecake Factory trafen wir Claudia und Thomas um uns gemeinsam mit Ihnen auf den Weg zum Ethopian Diamond Restaurant zu machen, in dem wir mit Moses verabredet waren. Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen haben, fühlten sich die 40 Minuten Fahrzeit doch etwas länger an.

Bei äthiopischem Essen und typischer Esskultur (das Besteck sind die Finger und in der Mitte gibt es eine gemeinsame Platte mit allen Gerichten) hatten wir mit Moses einen perfekten Gastgeber und Unterhalter. Der Schwindler lies sich ans Telefon holen (und das in Zeiten von Handys) und schnappte uns dadurch natürlich die Rechnung weg. Aber wer wagt es schon, einem Priester zu widersprechen! Gleichzeitig wurde aber ein Gegenbesuch von Moses in Österreich und ein Umtrunk in diversesten Brauereien vereinbart.



Bei der wieder etwas längeren Heimfahrt aus Granville (Streckenarbeiten verzögerten den benötigten Schlafantritt wiederum) wird der Blog der letzten 2 Tage fertiggestellt, da ab morgen der Ernst der Reise losgeht: focus on sports!