Mittwoch, 11. Mai 2016

Als die Tiere den Wald verließen

Pünktlich um 08:00 ging es los. Bewaffnet mit einem Becher warmen Wasser, das uns als Kaffee verkauft wurde, und dem weißen Monster als Gefährt geht es wieder Richtung Osten in den Nationalpark. Den ersten Teil der Strecke kennen wir ja schon und auch die Bison- und Maultierhirschherden stehen an den wohlvertrauten Plätzen. An der Madison Abzweigung geht es Richtung Norden zu den Mammoth Hot Spring Terrassen. Gerade als wir aussteigen, fängt es an zu regnen und uns bleibt nichts anderes übrig, als in ein unerwartet schönes Hotel und dessen Frühstücksraum zu flüchten. Dort plündern wir erst einmal das Frühstücksbüffet und müssen dabei feststellen, dass eine volle Portion Blueberry Pancakes für einen Normaleuropäer einfach zu viel ist. Trotzdem essen wir alles brav auf und als Belohnung kommt auch sofort die Sonne wieder heraus und ermöglicht uns eine ausgiebige Wanderung über die Kalkterrassen, Schlammgeysire und heiße Quellen.









Danach geht es Richtung Osten zu den Tower Roosevelt Falls, vorwiegend weil der nette Herr an der Tankstelle uns dort Bärenmütter mit Zwillingen und Drillingen versprochen hat. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass er einfach noch länger mit Simone quatschen wollte, denn die Bären zeigen sich heute von der besonders schüchternen Seite und winken nur unscheinbar hinter den Baumstämmen hervor. 
Zwei Tierarten kommen im Nationalpark allerdings häufig vor. Einmal sind es die Bisons mit ihrem dunkelbraunen Fell, sowohl als Einzeltier als auch in großen Herden mit Jungtieren, und andererseits die gar nicht schüchternen und manchmal sogar als aufdringlich empfundenen, im Frühjahr an ihrer gelben Färbung leicht zu erkennenden, Chinesen. Diese treten eigentlich nur in Großgruppen auf nehmen die besten Fotoplätze weg und wenn es Ihnen zu lange dauert, fahren sie schon mal mit dem Bus durch die Bissonherde um Zeit zu sparen. 
Wir hingegen halten den von den Rangern vorgeschriebenen Mindestabstand von 3 Fuß (oder hätten es doch 30 Meter sein sollen?) ein und machen auch nur eine Mindestanzahl von 500 Fotos. 




Weiter geht es zu den Twin Falls und den Grand Canyon vom Yellowstone. Man merkt, dass hier der Winter noch immer nicht ganz vorbei ist, denn manche Straßen und Gehwege sind auch Mitte Mai noch immer nicht geöffnet. So müssen wir den Lower Falls mit einem gebührenden Abstand unsere Aufwartung machen. Die Wasserfälle, aber auch der Canyon büßen dabei aber nichts von ihrer Faszination ein und wir machten auch zwei, drei Fotos.







Am Rückweg kommen wir am Norris Bassin vorbei. Eine Ansammlung von türkisfarbigen Teichen, gelb-roten Bächen und gleich am Eingang einem Geysir, der ständig große Mengen an Dampf rausbläst. Hier ist auch die Heimat vom Steamboat Geysir, der Geysir mit der höchsten Fontäne - zwischen 90 und 110 Meter hoch. Die Abstände zwischen zwei Ausbrüchen schwankt zwischen 4 Tagen und 41 Jahren. Nach kurzer Beratschlagung brechen wir den Beobachtungsposten aber ab und fahren weiter Richtung Süden. 




Ein weiterer Höhepunkt ist der Prismatic Lake und die diversen Quellen und Teiche in dessen Umgebung. Der See hat durch verschiedene Bakterien und Mineralien die unterschiedlichsten Farben. Uns erwartet aber ein ganz besonderes Spektakel. Das vorhergesagte Schlecht-/Regenwetter hat uns bis jetzt Sonnenschein gebracht, aber nun kommt die kalte Luft im Park an. Dadurch werden die Seen in eine gewaltige Dampf/Dunst Wolke gehüllt, so dass man oft nicht die Hand vor den Augen sieht. Wenn der Wind aber von der richtigen Richtung weht, bekommt man spektakuläre Bilder als Geschenk. Wir wären dabei fast vom Holzweg abgekommen, aber dank der hunderten Chinesen rechts und links von uns war das kein Problem.







Nach einem letzten Besuch beim Old Faithfull kam langsam Müdigkeit und Hunger auf. Erst jetzt wurde uns so richtig bewußt, dass wir uns die ganze Zeit in rund 2500 Meter Höhe befanden. 
Die Wettervorhersage hat uns für Dienstag einen Schlechtwetter- und Regentag angesagt und für Mittwoch sogar Schneefall. Bekommen haben wir das schönste Fotowetter (inklusive Wolken für die Fotos für Martin) und Temperaturen, um kurzärmlig zu gehen. Also fuhren wir wieder Richtung Hotel und dann begann es zu schneien!
Zum Abendessen ging es ins Outpost Restaurant und es wurde neben Steak auch eine größere Menge an Bisonburger bestellt. Alex und Gerd nahmen noch bei einem Qualitätssicherungstest teil und bekamen im Rahmen einer Feldstudie auch noch einen Bisonburger Refill.
Zu guter letzt gab es für Eva noch ein Neocitran und für den Rest der Bande Bud light lime, Budweiser und PBR. Simone zahlt die zwei Runden direkt aus dem sprichwörtlichen Sparstrumpf und heute überlassen wir es den örtlichen Cowboys, die Stadt zuzusperren.
23:00 Licht aus - gute Nacht!

Sonntag, 8. Mai 2016

Von Alberta über Utah, Idaho und Montana nach Wyoming

Die Sonne war wohl erst über der Freiheitsstatue aufgegangen, als in den 4 Hotelzimmern im Ramada in Calgary die Wecker ihr grausames Werk begannen. Eine kurze Nacht fand ihr jeher Ende, teils durch Wadelkrämpfe, teils durch das blutige Steak vom Vorabend. Nach einem kleinen Frühstück in der Hotellobby und einer Taxifahrt ging es am Sonntag Frühmorgens zum Flughafen.


Eigentlich waren wir alle der Meinung, dass es bei einem Flug von Kanada in die USA nicht schlimm kommen würde, wurden aber von den diversen kanadisch/amerikanischen Grenz/Zoll/TSA/Pass/Drogen und sonstigen Inspektoren eines Besseren belehrt.
Simone wurde als erste von der Gruppe getrennt und in ein verspiegeltes Vehörzimmer geführt. Ihr Studentenvisum geht zwar noch bis August, aber nachdem die Unis Anfang Mai schon schließen, war der Beamte wohl der Meinung, dass sie illegal in die Staaten reisen möchte. Aber da hat er nicht mit der Schlagfertigkeit von Simone gerechnet. Kurzerhand wurde ein Sommerkurs "belegt" und schon konnte sie in die nächste Schlange aufschließen. Dort wurden wir schon auf Sprengstoff und Drogen untersucht, Christof bekam eine Bauch und Rückenmassage, Gerd wurde in die Mikrowelle gesteckt und all unsere Fingerabdrücke bleiben wohl auf ewig gespeichert.
Schlussendlich lies man uns doch noch nach dem Final Call in die Maschine, wo uns alsbald der wohl verdiente Flugzeugschlaf überfiel.





In Salt Lake City angekommen, scheinbar war unsere Ankunft noch nicht bekannt, wurden wir mit Schlechtwetter konfrontiert. Nach einer kurzen aber intensiven  Diskussion bei der wir auch Alternativen abwägten (Las Vegas, Bryce Canyon, Grand Canyon,...) wurde der Reiseplan etwas abgeändert. Statt der Metropole Wendover, fuhren wir direkt in den Yellowstone Nationalpark. Heute war für dort noch Sonnenschein angesagt bevor die nächsten Tage wieder mit einem Wintereinbruch zu rechnen war. Bei der Autoausgabe erkannte der nette Herr den Ernst der Lage und gab uns ein gratis Update auf das weiße Monster. Nach fünfstündiger Fahrt durch 4 Bundesstaaten, einer kurzen Pause bei der uns der hiesige Farmer mit Cowboyhut die "Sehenswürdigkeiten" der Umgebung stolz erklärte, erreichten wir bei traumhaften Bedingungen den Yellowstone Nationalpark. Bis jetzt war die Reise vom Wetter ja fast zu schön und endlich konnten wir auch perfekte Fotos mit Wolken darauf machen was unseren daheimgebliebenen Fotografen sicher sehr freuen wird. 





Im Nationalpark erwarteten uns Elche, Wölfe, Büffel und eine Vielzahl an Geysiren (Unser wandelndes Wikipedia Namens Gerd erzählte uns dass 60% der auf der Welt befindlichen Geysire in diesem Park vorhanden sind). Beeindruckende Landschaften mit verschiedensten Farben und Tieren führte uns zu unserem Ziel, den Old Faithfull Geysir. Voller Vorfreude auf den Ausbruch (ca. alle 90 Minuten +/- 30 Minuten) spazierten wir über die super angelegten Wege durch zig kleine Geysire und Warmwasser-Quellen mit den unterschiedlichsten Farben und Formen und um 20:22 Uhr war es dann soweit. Spektakulär schoss das Wasser in die Höhe und gepaart mit dem Sonnenuntergang ergab das für uns unvergessliche Bilder. Sehr begeistert und zufrieden machten wir uns dann wieder auf den Weg in Richtung Auto. Was wohl keiner dachte und erwartete war, dass uns aufeinmal ein Wolf über den Weg lief. Als dieser wieder unser Blickfeld verließ und sich bei uns Hunger bemerkbar machte und nun sowieso die Dämmerung einsetzte, machten wir uns auf den Weg zurück nach West Yellowstone. Am Weg kreuzte wieder ein Wolf unseren Fahrweg. Dort haben wir noch schnell die Zimmer bezogen und ab ging es zur nächstgelegenen Pizzeria. Zur Freude unserer Bedienung kamen wir als große Runde auch noch kurz vor Sperrstunde an. Durch unsere charmante Art war das Eis aber auch bald wieder gebrochen und sie begrüßte uns sogar in Deutsch und spielte für uns extra Volksmusik aus dem Film "Sound of Music". Nach leichter Abendkost fielen wir alle zufrieden und glücklich ins Bett.

PS: Auch wenn es jetzt so ausschaut als wären wir zwei Tage faule Blog Schreiber gewesen - dem ist nicht so. Im ganzen Nationalpark gibt es in den Lodges kein WLAN und auch keinen Handyempfang. Schlecht für den Blog, gut um runter zu kommen.

















Samstag, 7. Mai 2016

Chillen auf der Insel und viele chillige Bierinseln

...gestern wieder Sperrstunde gemacht. BUT there is always a but. Trotzdem um 1 Uhr im Bett gewesen, nachdem die Bars trotz Bitten und Betteln keinen Einlass mehr gewährten und doch schon sehr früh Sperrstunde war. So starteten wir um 11Uhr zum ersten Mal so richtig ausgeschlafen zum gemeinsamen Brunch ins Local. Nach leichtem Egg Benedict mit Sauce Hollondaise und dem ein oder anderen Steaksandwich führte uns Gerd zum ersten Highlight des Tages - den Devonian Gardens. Es ist ein künstlich angelegter Indoorgarten über einem Einkaufszentrum. Nachdem ein paar Asiaten beinahe Geld gesponsert hätten, damit Eva mit dem Spielen am frei zugängliche Flügel aufhörte, beschlossen wir, den chilligen Teil des Tages anzutreten. 








Bei 27 Grad beschlossen wir, uns im Schatten der Bäume Prince's Island Parks breit zu machen. Nach dem blumigen Fotoshootings zu Ehren unserer Mütter, verbrachten wir 2 Stunden auf eisigen und vor allem sehr bequemen Tischen. Am Nachmittag wurde Calgary auf sehr verschiede Weisen erkundet. Betty verbrachte den Nachmittag im Shopping Center, während Tanja und Alex die Stadt zu Fuß eroberten und als Belohnung ein paar typisch kanadische Souveniers ergatterten. Die restliche Gang machte sich auf den Weg um die Hauptstadt der Microbreweries kennen zu lernen. Der lange Weg von der Insel zum Festivalgelände war zwar sportlich wertvoll, aber bei weitem nicht so eine tolle Leistung wie damals im Jahr 1988 Sportler wie Anita Wachter, Siegrid Wolf und Klaus Sulzenbacher zustande gebracht haben. Woher wir das wissen: Beim Olympia Park, der auf unserem Weg lag, waren alle Medailliengewinner der olympischen Spiele 1988 verewigt. 












Wie der Zufall so will und unsere Planung es natürlich auch so vorsah, fand genau an diesem Wochenende das Alberta Beer Festival in der Stampede Arena statt. Normaler Weise findet hier jedes Jahr das größte Pferdefestival der Welt statt, aber an diesem Samstag gab es statt Sprunghindernissen nur über 100 Bierinseln zu überwinden. Die dabei ca. 400 ausgeschenkten Biersorten stellten zwar ein großes Kriterium dar, waren aber diesmal ohne Abwürfe zu schaffen.
Dank der geschickten Finger von "Tricky Finger Simone" und ihrer "STS -sparsamen Token Stategie" bekamen wir auch das eine oder/und andere Zusatzbier ein. Danke!
Beim Glücksrad wurden wir Stammkunden und hatten am Schluß die freundliche Dame fast um alle Geschenke gebracht. So kamen auch wir zu ein paar Souveniers. Beim Ausgang geschah dann das Missgeschick. Nach Fotokamera und Reisepass fiel nun das Bierverkostungsglas von Christof auf den Asphalt. Der Asphalt gewann dieses Duell eindrucksvoll. Aber auch heute meinte es das Schicksal gut mit uns und eine charmant vorgetragene Geschichte brachte ein neues Bierglas zu uns.
Am Rückweg versuchten wir noch unser Glück und wollten auf den Calgary Tower ein Abendessen zu uns nehmen, aber der bevorstehende Muttertag zeigte sich auch bei der Belegung der Restaurants. 






Wir kehrten wieder zum Local zurück und machten dort den gemeinsamen Treffpunkt der ganzen Reisegruppe aus. Wie im legendären Film "Die glorreichen Sieben" vergrößerte sich auch heute die Gruppe zum Finale in Calgary. Eine nette Bedienung, eine kleine Portion Nachos, ein paar Steaks und Burger und die Biere und Mojitos im Angebot gaben diesen Abend den rechten Rahmen.

An unsere Mamas

Liebe Mütter,

uns ist es nicht entgangen, dass es bei uns eigentlich noch Samstagnachmittag, aber in good old Europe schon Muttertag ist. Passend zu Muttertag gibt es auch bei uns einen Ausflug in einen Park mit Kaffee und Kuchen - und alle haben sich lieb :)
Diesesmal gibt es die Glückwünsche über unseren Blog in alphabetischer Reihenfolge

...für Christina Winkler von Tanja:

Liebe Mama,
alles liebe zum Muttertag.
Du bist die beste Mama der Welt.
Hab dich ganz viel lieb Bussi
Dein Mausi 



...für Christiana Wagner von Eva:

Liebe Mama,
ich bin so froh dass ich dich hab! 
Danke für ALLES - du bist die beste Mama überhaupt.
Hab dich lieb, deine Eva



...für Elisabeth Penker von Christof&Simone:

Liebe Mama!
Wir wünschen dir alles Liebe zum Muttertag, 
und wollen dir sagen wie gern wir dich haben. 
Wir hoffen, du liest es erst morgen nach amerikanischer Zeit, 
aber ob gestern, heute oder morgen - bei dir fühlen wir uns immer geborgen.
DANKE! Wir haben dich lieb und drücken dich ganz fest,
Christof und Simone 



...für Luzia Jordan von Xandi:

Liebe Mama,
Ich wünsch dir diesmal auf diesen Weg alles alles Liebe zum Muttertag.
Vielen Dank fürs Mama sein so wie du bist. Hab dich lieb.
Dein Xandi

P.S.: Hoffentlich sorgen die Daheimgebliebenen gut für dich.



...für Renate Lauchart von Gerd

Liebe Mutti,
Alles Liebe und Gute zum Muttertag. Vielen Dank für Alles was Du mir in den vergangenen Jahren ermöglicht hast. Die echten Blumen werden noch nachgereicht ;-)
Bussi, Gerd